| Interview bauserve: Marketing als wichtiger Baustein bei Innovationen in der Baubranche |
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| Geschrieben von katja lorenz | |
| Wednesday, 8. September 2010 | |
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Die bauserve GmbH entwickelt für und mit den verschiedenen am Bau beteiligten Partnern – Bauherren, Planern und Bauunternehmen - neue innovative Wege, um am Bau übliche Ver- und Entsorgungsprozesse zu reorganisieren und ausführende Firmen bei ihren logistischen Aufgaben zu unterstützen. Damit gehört die bauserve GmbH dieses Jahr zu den innovativsten mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Im Juli wurde das Dienstleistungsunternehmen mit dem Gütesiegel „Top 100“ ausgezeichnet und erhielt den Logistic Service Award 2010 der Bundesvereinigung Logistik. Gesellschafter des 10 Jahre alten Unternehmens sind die Bilfinger Berger Hochbau GmbH und Andreas Goetz.
Im Interview verrät uns Andreas Goetz, wie bei der bauserve GmbH Innovationen entwickelt werden und welchen Stellenwert das Marketing hierbei hat. Andreas Goetz, Gesellschafter bauserve GmbH
Herr Goetz, würden Sie sagen, dass die Baubranche eher konservativ ist in Bezug auf Innovationen?
Andreas Goetz: Die Baubranche ist in Bezug auf Materialentwicklung und Fertigungstechnologien sehr innovativ. In einzelnen Gewerken, gerade unter den neuen Umweltanforderungen oder Fragen der Nachhaltigkeit werden ständig neue Produkte entwickelt. Dort jedoch, wo es um die Organisation einer Baustelle, die Steuerung der vielen Unternehmen und die Prozessoptimierung geht, sind noch große Potenziale vorhanden. Da genau setzen wir an. Als ältestes auf die Reorganisation logistischer Abläufe auf der Baustelle spezialisiertes Unternehmen haben wir uns sofort um die Potenziale im Bauablauf gekümmert, neue Verfahren entwickelt und dies zu unserem Kerngeschäft gemacht.
Worin bestehen die Innovationen Ihres Unternehmens?
Andreas Goetz: Die Bauarbeiten bestehen, ähnlich wie in Leistungsbereichen anderer Industriebranchen, aus den Kernleistungen der Bauausführung und den unterstützenden Prozessen. Um Bauzeit, Kosten und Risiken der ausführenden Firmen bei einem Bauvorhaben zu reduzieren, kümmert sich unser Diensleistungsunternehmen um die Nebenleistungen: im Wesentlichen sind es die Ver- und Entsorgungslogistik sowie die Personalanmeldung und Zutrittskontrolle. Mit diesen Aufgaben leisten wir einen wichtigen Beitrag zur qualifizierten Steuerung der von vielen Engpässen gekennzeichneten Abläufe auf einer Baustelle. Wenn Sie die Arbeitszeit eines Arbeiters betrachten, so entfällt nur ein bestimmter Prozentsatz auf die Bauausführung. Der Rest sind organisatorische Tätigkeiten von der Steuerung des Materialtransports über die Reinigung bis zur Entsorgung. Durch unsere Arbeit gibt es eine veränderte Aufgabenverteilung auf der Baustelle. Wir fassen die von allen ausführenden Firmen zu erfüllenden Nebenleistungen zusammen und führen sie mit diesen koordinierend oder unterstützend als Querschnittsfunktion aus. Die damit verbundene Produktivitätssteigerung senkt den Aufwand für diese Nebentätigkeiten und erhöht damit die verfügbare Arbeitszeit für die Bauausführung. Die Effekte zeigen sich in einem effizienteren Bauablauf. Kosten und Bauzeit werden positiv beeinflusst. Die ausführenden Firmen haben vielfach bestätigt, dass u.a. der Personalaufwand durch die optimierte Logistik um über 10 Prozent gesenkt werden konnte.
Wie erkennen Sie in Ihrem Unternehmen überhaupt das Potenzial für eine Innovation? Ist das im Laufe eines Projekts oder wissen Sie bereits vor der Nachfrage, wo der Bedarf ist?
Andreas Goetz: Um neue Ideen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, braucht man auch ein Gefühl für Innovationen. Im Laufe der über 10 Jahre, in denen wir uns um Optimierungsprozesse kümmern, haben wir gelernt, was anders, besser oder gleich richtig gemacht werden kann auf Großbaustellen. Bei der Entwicklung von Innovationen orientieren wir uns an dem Veränderungsbedarf und schauen, was in ähnlichen Situationen in anderen Branchen entwickelt wurde. Auch die technologischen und eigenen finanziellen Möglichkeiten spielen natürlich eine Rolle. Auch gehört eine ordentliche Portion Mut und Stehvermögen dazu, um sich gegen die Widerstände in der Branche zu behaupten und seine Ideen zu verteidigen – manches dauert etwas länger. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass wir auf dem richtigen Weg sind und sich unsere Ideen auf dem Markt durchsetzen werden. Wenn wir uns nur an der Nachfrage orientiert und nur das angeboten hätten, was der Markt explizit fordert, dann gäbe es unser Unternehmen sicher heute nicht. Wir haben die Marktstellung im Wesentlichen durch Kenntnis der bestehenden Abläufe und Kompetenz bei der Neugestaltung der Logistikprozesse erreicht.
Womit wir auch beim Thema Marketing wären: Welche Marketingstrategien verfolgen Sie bei der Entwicklung von Innovationen und wie setzen Sie diese um?
Andreas Goetz: Marketing ist ein wichtiger Baustein im Vertrieb unserer Dienstleistung. Bei bauserve sind die meisten Innovationen Weiterentwicklungen der bestehenden Produkte unseres Leistungsspektrums. Laufend werden realisierte Innovationen in die Akquisition übernommen und so nachgewiesen, dass wir uns ständig weiterentwickeln und sich so der technologische Abstand zum Wettbewerb sicher nicht verringert. Wenn es um komplett neue Entwicklungen geht, dann ist unsere Innovationsexpertin zuständig. Sie ist Ingenieurin mit speziellen IT-Vorkenntnissen und Marketingverantwortliche zugleich. Gemeinsam mit der Geschäftsführung und der technischen Leitung werden die Innovationen konzipiert, in Projekten getestet und dann den Kunden offeriert. Diese permanente Entwicklungsarbeit erleichtert uns im Vertrieb nachzuweisen, dass unsere Leistungen kaum mit dem Wettbewerb zu vergleichen sind und wir die Nase immer vorn haben. Das ist Teil der Unternehmenskultur und darauf sind wir alle stolz.
Die bauserve GmbH betreibt Marketing also auch auf der Personalebene. Aus welchem Blickwinkel betrachtet Ihre Innovationsexpertin die Ideenfindung? Vorrangig als Ingenieurin oder als Marketingexpertin?
Andreas Goetz: Vorrangig aus dem Blickwinkel der Ingenieurin. Dennoch greifen bei unseren Innovationen diese Handlungsprozesse von Marketing und Entwicklung perfekt ineinander. Unsere Stammkunden wissen um unser innovatives Potential. Bei Neukunden ist das schon schwieriger: Hier geht vieles über den Preis, d.h. unser Unternehmen muss erst beweisen, wie innovativ es ist.
Herr Goetz, wir danken Ihnen herzlich für das interessante Gespräch.
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| Letzte Aktualisierung ( Thursday, 9. September 2010 ) |
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