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| Promi - Werbung ist out? Bohlen, Gottschalk oder lieber Herr K. aus B.? |
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| Geschrieben von Ansgar Sadeghi | |
| Tuesday, 13. July 2010 | |
Prominente in der Werbung lagen und liegen nach wie vor im Trend bei Marketern, die sich diese Art der Werbung aufgrund passender Werbeetats leisten können. Man nehme Thomas Gottschalk, Boris Becker, Dieter Bohlen, Oliver Kahn oder andere Prominente und verknüpft deren Aussage mit dem eigenen Produkt: Dann steigt die Markenbekanntheit, steigen die Umsätze und alles ist gut! Stimmt das? Vielleicht trifft das jedoch gar nicht mehr in dem Maße zu, wie jene Marketer sich das wünschen? Im Rahmen einer im April 2010 veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft „Faktenkontor“ aus Hamburg äußerten immerhin achtzig Prozent der Befragten, keine Prominente mehr in der Werbung sehen zu wollen. Stirbt die Werbung mit Prominenten also aus? Studienergebnisse zur Promi-WerbungDie Münchner Agentur Stars & Conceptions ist eine der Agenturen, die ihren Unternehmenskunden Prominente für Werbung vermitteln. Für die gedruckte oder gefilmte Werbung mit einem national bekannten Star können dabei Kosten zwischen etwa 65.000 und einer Million Euro anfallen. Das mag viel Geld sein, andererseits ist das aber auch für manch ein mittelständisches Unternehmen vielleicht nicht zu viel? Die Frage bleibt: Lohnt sich die Investition, um Prominente in der Werbung auftreten zu lassen? Betrachtet man jüngste Studien, so ist da zumindest Skepsis angebracht. 76 Prozent der 1.500 Befragten in der Faktenkontor - Studie erklärten, Werbung mit Prominenten hätte keinen Einfluss auf ihre Kaufentscheidung. Und im Rahmen einer Studie der Marktforscher von Imas International erklärten nur fünfzehn Prozent der Befragten, Prominente würden die Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit von Werbung steigern. Im Trend sind daher zurzeit eher Werbekampagnen, in denen nicht prominente Menschen auftreten, mit denen sich potenzielle Käufer besser identifizieren können. Beispiel: die Base-Werbespots- und -plakate.Das Aus für Prominente in der Werbung?Aller Studien zum Trotz, werden Prominente als Werbegesichter wohl kaum von der Bildfläche verschwinden. Aktuell wird beispielsweise über neue Werbeverträge für heimkehrende deutsche Fußballhelden nach der WM 2010 spekuliert. Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski werden dabei beste Chancen eingeräumt, ihre Werbeeinnahmen in Zukunft zu steigern. Doch auch hier bleibt die Frage: Bringt die Werbung mit diesen Prominenten etwas? Größere Bekanntheit eigener Marken? Höhere Umsätze? Nicht unbedingt! „Vieles aus der Reihe der Werbung mit Fußballstars sei für die Katz“, äußerte sinngemäß etwa der Marketing-Professor Markus Voeth von der Universität Hohenheim gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Soll Werbung mit Prominenten NICHT für die berühmte Katz sein, könnte es mit Blick auf die aktuellen Studienergebnisse in Zukunft wichtiger als zuvor werden, dass der jeweilige Prominente glaubwürdig für ein Produkt eintritt und man ihm auch abseits des geflossenen Geldes eine Sympathie fürs jeweilige Produkt zutraut. Wichtig ist auch, dass der Prominente das Produkt in der Werbung nicht überstrahlt: Kein Unternehmen hat etwas von Werbung mit Prominenten, wenn Markennamen dabei nicht haften bleiben.Kleines FazitProminente in der Werbung – das wird es auch in Zukunft weiterhin geben. Glaubwürdigkeit werbender Aussagen gewinnt aber weiter an Bedeutung. Und Prominente ohne ein Mindestmaß an Glaubwürdigkeit bei ihren Aussagen für Produkte oder Dienstleistungen in der Werbung werden wohl in Zukunft keinen sonderlich großen Werbeerfolg bringen.
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