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Alte Marke, neue Zielgruppe ODER die Wandlungsfähigkeit des Cognacs |
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Geschrieben von Ansgar Sadeghi
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Friday, 9. July 2010 |
Welche Bilder assoziieren Sie mit dem Trinken eines Cognacs? Vielleicht ein abendliches und geräumiges Wohnzimmer und Menschen in stilvoller Abendkleidung, die intellektuelle Gespräche führen? Vielleicht! Wahrscheinlich assoziieren Sie weniger einen Club in einer nordamerikanischen Großstadt, in der Jugendliche tanzen, flirten und auf ihre Weise Spaß haben. Aber „ABK6“ ist Cognac. Und „ABK6“ ist eine Cognac - Marke, die sich an genau jene Zielgruppe richtet: an junge Clubbesucher in den USA. Die Zeiten ändern sich. Markenbildung muss da mithalten und Produkte sollten sich bisweilen eine neue Zielgruppe erschließen. Cognac bildet da keine Ausnahme.
Cognac für eine neue ZielgruppeAbécassis heißt die Familie, die sich als Cognac-Brenner aus der französischen Gemeinde Claix einen Namen gemacht hat und bereits etwa sechzig Preise für ihren Cognac einheimsen konnte. "Leyrat" ist eine Cognac – Marke der Familie, "Le Reviseur" eine andere. Beide sprechen den klassischen Connaisseur an. Mit „ABK6“ hat die Familie allerdings eine weitere Marke für eine völlig andere Zielgruppe auf den Markt gebracht und verzeichnet damit durchaus Erfolge. „Black“ ist ebenfalls eine relativ neue Marke der innovativen Cognac-Brenner: Ihre Zielgruppe sind berühmte Afroamerikaner, Rapper und Filmstars und alle, die es werden wollen. Diese Zielgruppe scheint ebenfalls durchaus gewillt zu sein, die neue Marke zu akzeptieren. Manchmal muss man halt neue Wege gehen, um Erfolge zu verzeichnen.
Den Erfolg einer Marke schützen, bedeutet manchmal VeränderungenSeit 2001 wuchs der Absatz von Cognac sechs Jahre lang Jahr für Jahr. Ab etwa 2007 wuchs er nicht mehr, was Cognac-Brennern verständlicherweise Sorgen bereitete. Nun scheint die Fähigkeit gefragt zu sein, dem edlen französischen Getränk eine neue Zielgruppe zu erschließen oder... gleich zwei, drei neue Zielgruppen. Daher empfiehlt etwa der Berufsverband BINC Cognac auch als Zugabe für Tees oder Schokolade. Und der Forschungsdirektor der traditionsreichen Marke Hennessy sieht kein Sakrileg darin, auch eine hochwertige Cognac – Marke beispielsweise mit Schweppes zu mischen oder sie zusammen mit Zitronenlimonade, frischem Ingwer und Gurkenschale zu einem Cocktail namens „Summit“ zu mischen. Bemerkenswert, wie ideenreich die Menschen mitunter werden, um neue Zielgruppen zu erschließen und Markenerfolg zu halten oder zu erneuern.
Mut zur neuen ZielgruppeWas lehrt uns all das? Es mag etwas Mut erfordern, eine zweite Marke für eine neue Zielgruppe ins Rennen zu werfen oder aber eine etablierte Marke durch eine neue Kampagne einer anderen als der bisherigen Zielgruppe schmackhaft zu machen. Aber es kann sich lohnen! So nahm etwa die Bausparkasse LBS dem Bausparen durch die Werbespots mit Rockern und Jugendlichen das Spießige und Muffige. Und — um zum Alkohol zurückzukehren — der gute alte Jägermeister, einst als Alt-Herren-Getränk verschrien, ist wild geworden und feiert Partys mit Technobeats. Wenn eine Marke nicht (mehr) läuft, sollte man sie sterben lassen oder aber wieder zum Laufen bringen: Eine neue Zielgruppe wirkt da bisweilen Wunder.
» 1 Kommentar
1"TUDNGNGWFqMjbjIhEaE" am Monday, 8. November 2010 19:03
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